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 Betreff des Beitrags: Wie Stemmschritt neu lernen?
BeitragVerfasst: 28.03.2009, 13:30 
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Registriert: 28.03.2009, 13:28
Beiträge: 2
Wohnort: Untereisesheim
Hi Volleyballfreunde,

ich spiele seit gut 2 Jahren Volleyball.
Ich bin Rechtshänder und habe den Stemmschritt immer wie ein Linkshänder ausgeführt.

Beim Skateboarden früher stand ich auch immer Goofy auf dem Board.
Vielleicht liegt es auch da mit dran.

Jetzt, nach 2 Jahren sagt mir einer, dass ich ihn falsch mache.

Wie kann ich das leicht umlernen?
Ich habe es schon versucht, aber es ist verdammt schwer, wenn man es 2 Jahre genau andersrum gemacht hat.

Bitte um Hilfe! =)


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BeitragVerfasst: 30.03.2009, 10:06 
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Registriert: 26.02.2004, 15:25
Beiträge: 968
Wohnort: Witten
Umlernen ist immer so eine Sache und man müsste erst einmal analysieren, ob der "Kosten-Nutzen-Effekt" sich rechnet. Wenn der Vorteil durch das Umlernen minimal ist, lohnt sich der Aufwand nicht.

Grundsätzlich ist beim Umlernen folgendes zu beachten (ich formulier es mal einfach): Alte Bewegungsmuster werden durch neue im Gehirn überschrieben. Dies passiert nicht nach 10 oder 20 Mal sondern wir sprechen von einer Wiederholungszahl zwischen 350 und 450 Wiederholungen (in einer TE nicht zu bewältigen). Das Problem an der Sache ist nun, wenn du anfängst zu üben und am Ende des Trainings spielt ihr, dann dürftest du keinen Stemmschritt machen, da sich das Gehirn wieder das alte Bewegungsmuster herausholt und damit das Neugelernte überschreibt. Wenn man also etwas neu erlernen will, muss die Bewegung so oft richtig gemacht werden, dass irgendwann das alte Muster überschrieben ist und dabei darf man dann eben, wie in deinem Fall z. B. der Stemmschritt, das alte Muster nicht nutzen. Das gibt es auch irgendwo nachzulesen, ich weiß nur leider gerade nicht wo...

Grüße
Ralf

_________________
Es gibt genau 10 arten von menschen, die den binär code verstehen und die ihn nicht verstehen. welcher bist du?

VK Dortmund - http://www.vk-do.net


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BeitragVerfasst: 30.03.2009, 12:08 
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Registriert: 30.12.2006, 08:42
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Wohnort: Rheinfelden
Ralf hat geschrieben:
Das gibt es auch irgendwo nachzulesen, ich weiß nur leider gerade nicht wo...

z.B. im "Handbuch Trainingslehre" von Martin/Carl/Lehnertz.
Dasselbe gilt nach deren Aussage generell für das Erlernen sportlicher Techniken, weil nach dem unmittelbaren aktiven motorischen Lernprozess die neu geschriebenen Engramme im Gehirn für eine Zeitlang aktiv bleiben, und sich so festigen.
Wird die selbe motorische Verschaltung während dessen mit einem anderen Muster genutzt, ist die Festigung dahin.
Daher sprechen sich diese Autoren auch dafür aus, das Techniklernen bzw. den Technikerwerb an das Ende einer TE zu legen.
Wenn man dies beherzigt, kann man unterstützend mentales Training im Sinne ideomotorischen Trainings betreiben.
Das bedeutet, vor dem Einschlafen, wenn man sehr entspannt ist (Voraussetzung!), stellt man sich die Ausführung der optimalen Technik noch einmal vor und aktiviert damit o.g. Engramme.
Bonne nuit ;-))


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BeitragVerfasst: 30.03.2009, 18:54 
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Registriert: 10.07.2007, 17:02
Beiträge: 25
Mal so ne Frage nebenbei: kannst du auch mit deinem falschen Stemmschritt angreifen? wenn ja, dann ist es doch egal, ob du ihn richtig oder falsch machst. Angelina Grün, eine der besten Angreiferinnen hat auch einen falschen Stemmschritt, aber solange man damit Erfolg hat, ist es wie gesagt egal. Die Technik die wir machen ist an Leuten orientiert, die damit Erfolg hatten. Wenn du davon abweichst, aber dennoch Erfolg hast, ist es doch ok.

gruß


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BeitragVerfasst: 30.03.2009, 19:49 
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Beiträge: 354
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Grüni verfügt über eine enorme Athletik, ein sehr gutes Timing und eine klasse Schlagtechnik.
Trotzdem hat sie wie alle "Falsch-rum-Einstemmer" das Problem, dass ihre Schlagschulter, wenn sie flüssig den Beistellschritt am Stemmbein vorbei ließe, stark nach vorne käme.
Sie ist also gezwungen, den Beistellschritt sehr kurz zu gestalten, was ihren Stemmschritt etwas "gehackt" bzw. eher zu einem Stemmsprung werden lässt - der wurde ja früher auch im Frauenleistungsbereich gelehrt.
Es ist einfach grundsätzlich die Frage, ob die Korrektur der Schulter beim anders rum Einstemmen nicht zusätzlich Energie, und damit Sprunghöhe verbraucht.
Wenn auch "Falsch-rum-Einstemmer" durchaus erfolgreich sein können, könnten sie m.E. richtig rum eventuell noch erfolgreicher sein.
Ob das allerdings nach einem Umlernen so ist, weiss ich nicht, denn nach jahrelangem Andersrum ergeben sich sicher auch muskuläre Anpassungen.. Man bräuchte da wahrscheinlich so eine Art Zwillingsstudie.


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BeitragVerfasst: 31.03.2009, 17:55 
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Registriert: 28.03.2009, 13:28
Beiträge: 2
Wohnort: Untereisesheim
Ich kann sehr gut angreifen mit meiner "falschen Technik".
Nur könnte ich eben mit dem richtigen Stemmschritt mehr Schwung reinbekommen, da meine Schulter dann hinten ist und ich mehr ausholen kann.

Ich bin 1,90m.
Liegt vielleicht auch daran, dass ich dadurch recht hoch komme.

Aber wie gesagt, man will ja immer das beste.
Daher auch die Frage mit dem umlernen. -> Besser werden.!
Mehr Wums!! :)


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie Stemmschritt neu lernen?
BeitragVerfasst: 26.01.2010, 16:00 
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Registriert: 11.09.2008, 19:48
Beiträge: 4
Falls jemand das gleiche problem hat und das hier noch liest, hier meine Erfahrung:
hatte/bzw. habe das gleiche problem. und ich habe das nicht nur 2 jahre lang so gemacht sondern etwa 10...!! kam wahrscheinlich daher dass ich volleyball im sand erlernt habe. ohne einen coach zu haben, der mich darauf hingewiesen hätte. Letztes Jahr hab ich dann begonnen im Winter in der Halle zu trainieren, und da hat mir ein sehr guter coach gesagt, dass ich eben verkehrt anlaufe und deshalb probleme habe mit meinem armschwung bzw den oberkörper immer verdreht habe beim angreifen. Ich selber hatte eigentlich nie darüber nachgedacht dass die Probleme beim schlagen mit dem Anlauf zusammenhängen könnten. Danach allerdings hab ich versucht meinen Anlauf umzustellen. Am Anfang ist das natürlich nicht ganz leicht. Man muss sich dann halt einfach zwingen das so zu machen. Hat bei mir eigentlich nacher recht schnell geklappt. Ab und zu mach ich ihn zwar auch jetzt noch falsch rum (zb wenn ich mich beeilen muss, oder der pass nicht wunschgemäss kommt) aber das ist nicht so schlimm, da ich ja jetzt auf beide arten anlaufen und angreifen kann.
Geholfen hat mir die Anlaufbewegung immer wieder "trocken" durchzuführen ohne ball. beim hallenvolleyball geht das eigentlich auch recht gut, da man sich zb die 3meter-linie als ausgangspunkt nehmen kann und dann zB einen 3-schritt-anlauf machen kann und somit jedes mal richtig abspringt, vorausgesetzt, man macht den ersten schritt mit dem richtigen bein.

Wieviel mir das umlernen allerdings nun gebracht hat, weiss ich nicht so recht. Aber auf jeden fall siehts nun wohl etwas natürlicher aus und ich bin nicht mehr so verdreht in der luft. Und ich schlage (wahrscheinlich deshalb) weniger Bälle ins netz. Früher konnt ich zwar auch hart angreifen aber mir sind öfters mal angriffsbälle total missraten und mitten ins netz.


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie Stemmschritt neu lernen?
BeitragVerfasst: 31.01.2010, 18:35 
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Registriert: 12.11.2008, 22:23
Beiträge: 5
Thema: Neulernen von Bewegungen... ich hab meinem Trainer das mal erzählt, dass es für sinnvoll erachtet wird Technikübungen ans Ende einer TE zu setzen, damit man die neu gelernten Bewegungen nicht mit einem anschließenden Spiel, wo man wieder seine alte Technik einsetzt, überschreibt. Er wies mich darauf hin, dass das nur mit Konzentration ginge und Konzentration gleich Kondition. Am Ende eines Trainings bin ich kaputt und kann nicht mich mehr konzentrieren. So hat sich die Diskussion dann verlaufen, weil ich ihm nicht auf den Schlips treten wollte. Ich meinte nur, dass man dann in logischer Konsequenz Techniktraining sehr verschärft nach bzw. vor der Saison machen sollte.

Wie seht ihr das?


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 Betreff des Beitrags: Re: Wie Stemmschritt neu lernen?
BeitragVerfasst: 31.01.2010, 18:52 
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Registriert: 30.12.2006, 08:42
Beiträge: 354
Wohnort: Rheinfelden
Hi kub,
dein Trainer hat recht und die Sportwissenschaftler haben auch recht.
Das widerspricht sich ja nicht.
Mit der Aussage, dass das neu Lernen eines Bewegungsablaufes höchste Konzentration erfordert und daher in ermüdungsfreiem Zustand stattfinden sollte, hat er recht.
Also bauen wir eine neue Technik zunächst einmal am Anfang einer TE ein.
Wenn dann allerdings diese Technik einen ähnlichen Bereich von "movement patterns"/ Bewegungsmustern abdeckt, besteht Gefahr im Verzug, dass anschließend im freieren Spiel
die neue Technik wieder mit der alten Technik "überschrieben" wird, weil die alte Technik besser gegen äußere Störfaktoren abgeschirmt ist, und entsprechend unter Druck auch eingesetzt werden wird.
Ziel der Anwendung der neuen Technik am Ende der TE (wenige Wh. ohne Zusatzanforderungen bei optimaler Bewegungsausführung) und des ideomotorischen Trainings ist es, das neue Bewegungsmuster wieder nach vorne zu kramen, damit es sich als letzte Erfahrung festschreibt.
Wenn du eine komplett neue Technik erlernst, die sich nicht mit alten Bewegungsmustern überschneidet, dann hast du das "Überschreibungsproblem" nicht.
Allerdings bin ich überzeugt, dass die Methode des reellen und gedanklichen Abrufs des Bewegungsablaufes am Ende/nach der TE hilft, Technik zu festigen.

Viele Grüße,
Baumi


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